Thermografie

Strahlung

Die Thermografie ist eine

berührungslose,
Bild gebende
Infrarot – (IR)-Temperaturmessmethode
.

Sie stellt mittels Infrarotkamera unterschiedliche Temperaturen mit unterschiedlichen Farbwerten dar.
In einer Infrarotkamera wird die von einem Sensor aufgenommene Wärmestrahlung in ein Wärmebild (Thermogramm) umgewandelt und auf einem Speichermedium abgelegt.

 

Durch Auswertung der flächigen Temperaturinformation werden nicht sichtbare Strukturen erkannt.
Da die Aufnahmen berührungslos und in einem gewissen Abstand zum Messobjekt stattfinden, wird das Messobjekt selbst nicht beeinflusst.

Jede Oberfläche mit einer Temperatur oberhalb des absoluten Nullpunktes (-273°C) emittiert, unabhängig vom Aggregatzustand, eine elektromagnetische Wärmestrahlung.
Das Thermische Infrarot (jenseits der roten Linie des sichtbaren Lichts (>0,75 µm) im elektromagnetischen Spektrum mit dem Wellenlängenbereich bis 14 µm) ist für die Thermografie von besonderem Interesse.
Thermografie-Kameras sind in der Lage, eben diese Wellenlängenbereiche im Infrarotbereich abzubilden.

Heutige, hochleistungsfähige Infrarotkameras liefern detailgetreue, temperaturkalibrierte Wärmebilder in Echtzeit, die für eine Tatsachenentscheidung sofort zur Verfügung stehen.
Diese Systeme sind in der Lage selbst geringste Temperaturunterschiede (<0,1 K) zu erfassen und abzubilden.
Sie verfügen über eine Detektorauflösung von 240 x 320 Pixel bei schnellem Bildaufbau.
Diese Mikrobolometer-Systeme werden heute ungekühlt angewendet.

Die Verarbeitung der aufgenommenen Infrarot-Bilder erfolgt am Computer mit einer anwenderfreundlichen Report-Software.
Zahlreiche Funktionen ermöglichen eine kundenspezifische Auswertung.

Man unterscheidet zwischen passiver und aktiver Thermografie.
Bei der passiven Thermografie wird die Eigenstrahlung des Objekts detektiert.
Bei der aktiven Thermographie wird dagegen durch äußere Energieeinbringung (Anregung) im Prüfobjekt zum Zwecke der Messung ein Wärmefluss erzeugt.

 

 

Einsatzgebiete

Die Thermografie ist immer dann anwendbar, wenn die Darstellung unterschiedlicher Temperaturen zu Erkenntnissen führt, welche ohne diese Darstellung nicht oder nur mit höherem Aufwand erzielt worden wären.Die Thermografie deckt Fehlstellen auf, die an der Objektoberfläche entweder durch Übertemperaturen (Hot Spots) oder durch Untertemperaturen (Cold-Spots) erkannt werden können.

 

Bauwesen

Beispiel zum Herunterladen:
Wärmeleck-Check eines Berliner Mehrfamilienhauses

Bild2Im Bauwesen können Dichtungs- und Dämmungsfehler, die als Bauplanungs- und Ausführungsmängel auftreten, thermografisch dargestellt werden.

Sanierungsmaßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes können gezielt eingesetzt werden und führen somit zu Energieeinsparungen.

Unter Putz verborgene historische Bausubstanz (z. B. Fachwerk) lässt sich thermografisch nachweisen.

Haustechnik

Beispiel zum Herunterladen:
Thermografische Untersuchung von Tunnelwänden der Berliner U-Bahn

Bild1In der Haustechnik assen sich verdeckt liegende Heizungs- und Versorgungsleitungen mit Hilfe der Thermographie lokalisieren und Rohrbrüche orten.

So können einerseits Durchfeuchtungen nachgewiesen werden, andererseits kann der gezielte Einsatz der Thermographie bei nachträglichen Eingriffen in die Bausubstanz unbeabsichtigte Schäden verhindern.

Elektrotechnik

Die thermografische Untersuchung elektrischer und elektrotechnischer Einrichtungen und deren Verbindungselemente kann unter Last Schwachstellen frühzeitig aufzudecken, da erhöhte Übergangswiderstände zu Temperaturerhöhungen führen.

Weitere Einsatzgebiete sind Kontrollmessungen in der Elektronik, Prozessüberwachung in der Industrie sowie die Darstellung von Temperaturinhomogenitäten (z.B. Durchblutungsstörungen, Entzündungen und Krankheiten) in der Human- und Veterinärmedizin.